Schematherapie setzt dort an, wo rationale Einsicht und gute Vorsätze an ihre Grenzen kommen. Ein wesentliches Prinzip besteht darin, dass tief verankerte Muster des Erlebens, sogenannte Schemata, im geschützten Rahmen spürbar werden und durch neue, korrigierende Erfahrungen allmählich an Einfluss verlieren können. Ein verändertes emotionales Erleben kann wiederum neue Denk- und Handlungsspielräume eröffnen.
Um diese tief verankerten Muster anschaulich und veränderbar zu machen, arbeitet die Schematherapie mit unterschiedlichen inneren Zuständen, sogenannten Modi. Dabei nutzt sie Begriffe wie das verletzliche Kind oder den inneren Kritiker. Im Verlauf der Therapie geht es darum, diese Zustände besser wahrzunehmen und flexibler mit ihnen umzugehen.
Beispielhafte Darstellung verschiedener Modi in der Schematherapie
Schematherapie arbeitet nicht ausschließlich über Gespräche. Erlebnisorientierte Methoden helfen dabei, heutige emotionale Reaktionen mit prägenden früheren Erfahrungen in Verbindung zu bringen und neue, hilfreichere Reaktionsmöglichkeiten zu entwickeln. Zu den eingesetzten Methoden zählen unter anderem Imaginationen, Stuhldialoge und Rollenspiele – etwa um belastende Situationen in der Vorstellung noch einmal aufzugreifen und anders weiterzuführen, unterschiedliche innere Seiten miteinander ins Gespräch zu bringen oder neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Eine dabei wiederkehrende Frage lautet: „Was hätte das Kind damals gebraucht?“
Eine besondere Stärke der Schematherapie liegt in der Behandlung länger bestehender und komplexer psychischer Schwierigkeiten. Zu ihren wichtigen Anwendungsbereichen zählen Persönlichkeitsstörungen, chronische depressive Beschwerden sowie Traumafolgestörungen.
Schematherapie kann im Einzel- und Gruppensetting stattfinden. In meiner Praxis werden beide Formen je nach Ausgangslage aufeinander abgestimmt. Aktuell biete ich eine gruppenfokussierte Behandlung an, die eine wöchentliche Schematherapiegruppe mit individuell abgestimmten Einzelgesprächen verbindet.